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Die Reise und Götterwelt - Zakynthos Teil 9

Postkarten-Idylle - Zakynthos/Griechenland Teil 9/12
Wer das beliebteste Postkartenmotiv von Griechenland noch nicht kennt, sollte sich auf den Weg machen.
Navagio Bay / Agios Georgios
Natürlich ist es jedermans Sache wo und wann er Urlaub und Attraktionen sehen will, aber Zakynthos hat mehr zu bieten als nur Sonne, Strand und blaues Meer. Das Schiffswrack in der Bucht von Navagio Bay ist die bekannteste Attraktion auf Zakynthos und ist von 200 Meter hohen Felswänden umgeben. Dieses paradiesische Fleckchen ist nur vom Meer aus zugänglich, aber eine kleine Straße führt direkt zu einem spektakulären Aussichtspunkt zu der berühmten Schmugglerbucht Navagio Bay oder auch Agios Georgios genannt. Als wir Limni Keri verlassen, dröhnen uns Partykarawanen auf Four Wheel Bikes aus Laganas entgegen. Klischee-Check: Krebsrote, halbnackte Engländer sehen, dass hier nichts los ist, und ziehen gröhlend wieder ab. Ich danke Dionysios, dem Schutzheiligen von Zakynthos, dass er die Partylöwen in dem verträumten Ort nicht zu lässt. Wir schnappen uns noch ein paar Wasserflaschen und fahren los. Von Limni Keri nach Nordwesten ist es zuerst flach, doch von Katastari führt die Straße dann steil bergauf und die Dörfchen werden hübscher. An einer Spitzkurve hoch über dem Meer steht plötzlich ein bunter Getränkekiosk, ein Strohdach, ein paar Tischchen, eine Hängematte, einige Ziegen und - Stille. Die alte Frau verkauft Weintrauben, Honig, Olivenöl und anderes Gemüse. Es geht über enge Kurven wieder bergab. An einer Abzweigung geht es hinunter zu einem einsamen kleinen Strand in der Bucht von Xigia. Dessen Wasser enthält Collagen und Schwefel und hilft angeblich bei Arthritis. Etwas weiter nordwestlich gelangen wir nach Agios Nikolaios, einem kleinen Hafen, von dem die Rundfahrtschiffe zu den an der Nordspitze der Insel gelegenen Blauen Grotten abfahren. Die Küste ist hier, wie überall abseits der Strände, hoch aufragend, wild strukturiert, mit atriumhaften Höhlen und Durchbrüchen, durch die Boote hindurchfahren. Immer wieder halten wir bei der Weiterfahrt Richtung Westküste an und genießen die malerische Ortschaften durch duftende Pinienhaine. In Volimes, bereits wieder auf dem Weg nach Süden, zweigen wir rechts ab und kommen zur Bucht von Navagio. Sie ist in Wirklichkeit noch atemberaubender, kitschig schöner als auf Fotos. Das Motiv erkennen wir sofort - Meine Gedanken schweifen zu Jule, von Tauchen & Reisen weltweit International Aquanautic Club Balzer KG. Sie hatte vollkomen recht. Es ist einfach überwältigend: Am Fuße einer steilen Felswand verbirgt sich die kleine Bucht mit türkisblauem Wasser und auf dem weißen Sand liegt das rostige Wrack des Schiffs Panagiotis, das 1980 nach einem heftigen Sturm strandete. Das Schiff war damals mit Tabak und Alkohol beladen und geriet in der Nacht in einen Sturm. Die Küstenwache fuhr Patrouille um Schiffen, die in Seenot geraten waren, zu helfen. Es wird erzählt, dass die Schmuggler die die Küstenwache sahen, in Panik das Schiff in Brand setzten. Anschließend strandete es dort, wo es bis heute liegt und vor sich hinrostet. Und damit zum beliebten Ausflugsziel und Postkartenmotiv geworden ist. Udo führt uns entlang einen kraxeligen Pfad, für den man sehr trittsicher sein sollte. Es geht stellenweise so steil ab, dass mir schwindelig wird, aber Udo ist immer auf der Jagd nach den schönsten Motiven. Er begibt sich gefährlich nah am Abgrund entlang und »bittet« mich ihn am Gürtel festzuhalten damit er das gewünschte Bild in die Kiste bekommt. Meine Finger verkrallen sich in seinen Hosengürtel. Schlimme Gedanken jagen pro Sekunde durch meinen Kopf. Was wäre »wenn« er jetzt reißt? keine Bilder mehr bearbeiten, keine Kameras schleppen und endlich mal kein schnarchen..alles sehr verlockend, aber die Liebe gewinnt und bin froh als er endlich mit knipsen fertig ist und zurücktritt. Wir wollen unbedingt noch ein Souvenir kaufen und schauen uns die angebotenen Waren etwas näher an. Jeder Händler versucht ein anderes Kompliment oder ruft etwas witziges und versucht so, uns genau auf seine Ware aufmerksam zu machen. Aber wer kann schon den leckeren Honig-Sesam Kuchen, gebrannten Mandeln und Wein widerstehen. Vollbeladen kehren wir zur Basis zurück, wo uns Peter darauf hinweisen tut, dass wir all das erworbene bei Joana billiger und selbstgemacht hätten erwerben können.
So ein Aussicht wünscht man sich bei jedem Stau
Delikatessen...
...zum Einkaufspreis
Hier wird für jeden etwas geboten. 
Ein Hauch von Toskana bei den schönen Zypressen.
Dionysios Solomos, griechische Dichter gebürtig aus Zakynthos.
Zakynthos "Fior die Levante" (Blume des Osten)


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© Text: Rose Kefrig, Foto: Udo Kefrig, Team Oceanpics




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